RUZICSKAWEISS



 Die Ausstellung „franst aus“ von Bea Otto und Armin Hartenstein ist eine ungewöhnliche Doppelausstellung zweier Künstler der Galerie. „franst aus“ ist eine Begegnung zweier Werke, die den Ort der Kunst nicht besetzen und behaupten sondern auf unterschiedlichste Weise öffnen, indem sie sich darin verlieren und verzweigen. Dabei ist der Titel weder Programm noch die Beschreibung eines Ordnungszustands. Vielmehr bezeichnet er eine Hingabe an eine Bewegung im Raum, die weder allein dem einen, noch dem anderen Werk zugeschrieben werden kann.

Mit Armin Hartenstein zeigt die Galerie eine Position, mit der sie sehr erfolgreich an der diesjährigen Art Cologne im Bereich „New Positions“ vertreten war. Der Künstler präsentiert
Arbeiten aus der Serie der „mes amis de Emmanuel Bove“. Hierbei handelt es sich um eine Reihe ausschließlich kleiner, modellhaft wirkender Arbeiten. In ihren ungewöhnlichen Formaten präsentieren diese zwischen 7 und 30 cm breiten Einzelstücke unterschiedliche Ansichten von fiktiven Landschaften und Gebirgsverläufen:

„Die Bilder entsprechen keinen vorgefundenen Abbildungen tatsächlicher Gesteins- und Gebirgsverläufe. Auch sind sie keine Wiedergaben oder Miniaturen tatsächlicher Landschaften. Sie verweisen weder auf eine „äußere“ Realität, noch bemühen sie den Kanon romantischer oder symbolistisch verklärender Naturdarstellung. Die „mes amis de Emmanuel Bove“ entspringen einer „inneren“ Betrachtung, sie visualisieren bildhaft erscheinende Vorstellungsprozesse des Künstlers, welche die Entstehung seiner Arbeit begleiten“ (Bernd Ruzicska)

Bea Otto konzentriert sich gegenüber dem malerischen Werk Hartensteins auf installative
Eingriffe und Objekte. Hierbei überträgt sie ihre Erfahrungen mit großen, raumbezogenen Arbeiten, und entwickelt unter anderem durch eigenwillige Interpretationen und über Verwandlungen von ready mades eine neuartige und äußerst ungewöhnliche Objektsprache.

„Der Beschreibungsrahmen, den Bea Otto über die Wechselbeziehung von Gegenstand und Umgebung, von Natur und Künstlichkeit zur Verfügung stellt, reicht nicht aus, um zu verstehen, was wir sehen. Die Künstlerin lässt die Beobachtung gewissermaßen in die Leere laufen.
Es gilt einen Übergang herzustellen, von einer Ebene in die andere. Die Dinge unterhalten eine assoziative Nähe zueinander. Vom Bild zum Raum und vom Raum in die Zeit. Die Arbeiten selbst markieren so einen Übergang. Mit ihnen durchqueren wir den Raum. Von einem Ort zum nächsten.
Genau genommen befindet wir uns stets in einem Übergang, in einer Zwischenzeit - zwischen zwei Schritten. Es gibt kein Gegenüber, auf das die Gesamtheit unserer Bemühungen referiert.“
(Bernd Ruzicska)