




„Meine Welt gehört mir nicht“
„In vielerlei Hinsicht bestimmt Zeit - als fundamentale, messbare Größe jeglichen materiellen Geschehens, als kontinuierliche Aufeinanderfolge von Ereignissen, aber auch als subjektive Erfahrung einer nicht greifbaren Dimension des Universums - das Werk von Jörn Stoya.“ (Valerie Liebermann; „Aus der Zeit fallen - in der Zeit sein“, in Jörn Stoya „Und zu unseren Füssen braust ein Meer“, Salon-Verlag, 2008)
In seinen Bildern, die vorwiegend auf transparenter Folie gemalt sind, widmet sich Stoya unter anderem dem Thema der „Abwesenheit“ als ein gemeinsamer Aspekt von Zeit, Ort und der darin ‚aufgehobenen Handlung.
„Abwesenheit“ wird hier als stille Voraussetzung des Sehens verhandelt und zeigt sich in ihrer räumlichen und zeitlich Präsenz zum Gesehenen hin auf grundsätzliche und elementare Weise verschoben: Sie ist das, was weder sichtbar, noch unsichtbar ist, eine changierende und offene Stelle im malerischen Prozess wie auch im Bild selbst.
Mit der Technik der Collage, die dem Künstler einen freien und nicht nur malerischen Umgang mit dem Arbeitsmaterial, der Zeit und divergierenden Inhalten erlaubt, werden verschiedene Bildwelten verhandelt und modifiziert.
Stoya: „Die Collage erlaubt sowohl in der Bildebene, der Materialität, als auch in der Zeit zu springen. Oftmals entstehen dadurch Orte, die zwar genau benannt sind, in ihrer Anmutung aber rätselhaft und irritierend bleiben. Die Bilder sind dabei aber ausdrücklich jetzt, da sie keinen Zustand konservieren sondern immer den Moment spiegeln.“
Beispielhaft verweist Stoyas Malerei auf Konstruktionszeichnungen von Josef Hoffmann und Entwürfe von Margarete Schuette-Lohotzky (Frankfurter Küche als Ideal der modernen Einbauküche). Deren radikal politische, soziale und gesellschaftsrelevanten Arbeiten wurden für Zweckräume entworfen und später erst als Synonym für Lebens- und Sozialstrukturen in einen öffentlichen Kontext gestellt.